SEO & Sichtbarkeit   ·  7 Minuten Lesezeit

Rankingverlust oder Rechenfehler? Wie du Volatilität richtig liest

Nicht jeder Einbruch ist ein Update. Dieser Beitrag zeigt dir die Reihenfolge, in der du prüfst, bevor du Maßnahmen ableitest. Dazu kommt, welche Zahlen dabei überhaupt belastbar sind.

Paul BöstroInhaber der creativecouch, vom BAFA zugelassener Berater

Hand hält ein Smartphone mit einer langen Ergebnisliste, im Hintergrund ein Schreibtisch mit Kaffeetasse.Beitragsbild: KI-generiert

Was 2026 bisher bestätigt wurde

Der Überblick hilft, weil die gefühlte Update-Dichte deutlich höher ist als die tatsächliche. Alle Angaben stammen aus dem Status-Dashboard, Stand 13. Oktober 2026.

UpdateStartDauer
Discover-Update Februar 202605.02.202621 Tage 17 Stunden
Spam-Update März 202624.03.202619 Stunden 30 Minuten
Core-Update März 202627.03.202612 Tage 4 Stunden
Core-Update Mai 202621.05.202611 Tage 21 Stunden
Spam-Update Juni 202624.06.20262 Tage 1 Stunde
Spam-Update August 202618.08.20262 Tage 16 Stunden
Spam-Update September 202624.09.202613 Tage 16 Stunden

Zwei Core-Updates in neuneinhalb Monaten1. Alles andere, was im Sommer als Update durch die Fachpresse lief, war unbestätigte Volatilität aus Drit­tan­bie­ter­daten.

Kernsatz

Während eines laufenden Core-Updates wird an der Seite nichts Strukturelles geändert.

Laptop mit Suchergebnisseite auf dem Schreibtisch, daneben ein Smartphone mit derselben Ansicht.Bild: KI-generiert

Warum Search Console und Rank-Tracker nie übereinstimmen

Die Search Console meldet eine Durch­schnitts­po­si­tion über alle Suchanfragen hinweg. Steht eine Seite bei einer Anfrage auf Platz zwei und bei einer anderen auf Platz drei, meldet Google 2,52.

Ein Rank-Tracker misst dagegen einzelne Suchanfragen an einem festen Ort mit einem festen Gerät. Beide Zahlen können stimmen und trotzdem weit auseinanderliegen.

Dazu kommt: Google ordnet Klicks, Impressionen und Position aller Varianten einer Seite der kanonischen URL zu. Wer mobile und Desktop-Varianten getrennt betrachtet, sieht Verschiebungen, die keine sind.

Die drei häufigsten Messartefakte

Bevor ich überhaupt über Inhalte rede, prüfe ich diese drei Punkte. Sie erklären erstaunlich viele angebliche Einbrüche.

  1. Ein kaputtes oder doppeltes Tracking. Nach jedem Relaunch, jedem Consent-Umbau und jedem Plugin-Wechsel ist das der erste Verdacht.
  2. Ein geänderter Vergleichs­zeit­raum. Wer den laufenden Monat mit dem abgeschlossenen Vormonat vergleicht, misst vor allem den fehlenden Rest des Monats.
  3. Ein Filter, der unbemerkt aktiv ist. Ein gesetzter Länder-, Geräte- oder Suchtyp-Filter in der Search Console verändert die Kurve vollständig.

Erst wenn diese drei sauber sind, ist der Rückgang überhaupt ein Befund. Alles davor ist Rechnen mit falschen Zahlen.

Saisonalität wird ständig für ein Update gehalten

Der zweite große Block sind echte Nach­fra­ge­schwan­kungen. Sie sehen im Diagramm genauso aus wie ein Rankingverlust, haben aber eine völlig andere Ursache.

Ein Dachdecker verliert im Januar keine Rankings, sondern Nachfrage. Ein Steuerberater bekommt im Juli keinen Schub durch gute Inhalte, sondern durch Fristen.

Der Prüfweg ist einfach: Vergleiche denselben Zeitraum mit dem Vorjahr statt mit dem Vormonat. Wenn die Kurve im Vorjahr denselben Knick hat, ist es Saison und kein Update.

Ein Sicht­bar­keits­index ist keine Sichtbarkeit

Die Indizes der großen Werkzeuge sind nützlich, werden aber ständig falsch gelesen. Sie berechnen einen Wert aus einem festen Keyword-Set und einem angenommenen Klickverhalten.

Beides hat mit deinem Betrieb wenig zu tun. Ein regionaler Dienstleister taucht in solchen Sets kaum auf und die Suchanfragen, die dir Aufträge bringen, stehen dort meistens gar nicht drin.

Das macht den Index nicht wertlos. Er zeigt Bewegung im Markt und eignet sich für Vergleiche über längere Zeiträume. Als Beleg für einen Einbruch bei dir taugt er nicht, weil er deine Anfragen nicht kennt.

Ich benutze ihn deshalb nur in eine Richtung. Zeigt er nichts und deine Search Console zeigt einen Einbruch, ist das Problem bei dir. Zeigt er einen Ausschlag und deine Zahlen sind stabil, ist es kein Befund.

Dein Fall ist anders

Dann schauen wir ihn uns im kostenlosen Erstgespräch an.

Was KI-Antworten mit deiner Kurve machen

Ein Teil der Rückgänge seit 2025 hat eine dritte Ursache, die weder Update noch Messfehler ist. Fragen, die früher zu einem Klick geführt haben, werden inzwischen in der Ergebnisseite selbst beantwortet.

Im Diagramm sieht das nach einem Rankingverlust aus. Tatsächlich bleiben die Impressionen oft gleich und nur die Klicks fallen. Das ist ein anderes Problem und es braucht eine andere Antwort.

Der Prüfweg dafür ist einfach. Schau dir Impressionen und Klicks getrennt an. Fallen beide, ist es ein Sicht­bar­keits­thema. Fällt nur die Klickrate bei gleichbleibenden Impressionen, ist es Zero-Click.

Warum Traffic als alleiniger Maßstab deshalb nicht mehr trägt, steht unter Google-Traffic ist kein verlässlicher Maßstab mehr.

Was Google selbst zum Vorgehen sagt

Die Dokumentation zu Core-Updates ist unaufgeregt und ziemlich klar, Stand 10. Dezember 2025.

Erstens sollst du mindestens eine volle Woche nach Abschluss eines Updates warten, bevor du die Auswirkungen bewertest3. Wer während des Rollouts Schlüsse zieht, misst einen Zwischenstand.

Zweitens bedeutet ein Rückgang nicht zwingend, dass deine Seite schlecht ist. Google vergleicht das mit einer Restaurantliste: Wer nach unten rutscht, ist nicht schlechter geworden, es passen nur andere besser zur Anfrage.

Drittens rät Google ausdrücklich von schnellen Notlösungen ab und empfiehlt Änderungen, die für Nutzer sinnvoll und langfristig tragfähig sind. Wirkung könne mehrere Monate brauchen oder erst beim nächsten Core-Update sichtbar werden.

Der Fehler, der am meisten kostet

Aktionismus während des Rollouts. Texte werden umgeschrieben, Seiten zusammengelegt, Weiterleitungen gesetzt, alles innerhalb weniger Tage.

Danach ist nicht mehr feststellbar, was der Einbruch war und was die eigene Änderung. Zwei Wochen später ist die Lage schlechter als vorher, nur diesmal ohne erkennbare Ursache.

Ich habe das oft genug gesehen, um daraus eine feste Regel zu machen: Während eines laufenden Core-Updates wird an der Seite nichts Strukturelles geändert. Was in dieser Zeit passiert, ist Beobachtung und Dokumentation.

Meine Prüfreihenfolge

Sie ist bewusst stur. Jeder Schritt muss abgehakt sein, bevor der nächste kommt.

  1. Status-Dashboard prüfen. Lief ein bestätigtes Update und ist es abgeschlossen?
  2. Tracking prüfen. Sind Messung und Consent-Setup unverändert?
  3. Zeitraum und Filter prüfen. Wird Gleiches mit Gleichem verglichen?
  4. Vorjah­res­ver­gleich ziehen. Gibt es denselben Knick schon im Vorjahr?
  5. Technik prüfen. Indexierung, Statuscodes, robots.txt, versehentliche noindex-Angaben.
  6. Erst dann Inhalte und Wettbewerb ansehen.

In den meisten Projekten endet die Suche bei Schritt zwei, drei oder vier. Wie die Search Console 2026 dabei hilft und wo ihre Grenzen liegen, steht unter Google Search Console 2026.

Quellen

  1. 1
    History for Ranking | Google Search Status Dashboard (öffnet in neuem Tab)Google Search Status Dashboard, status.search.google.com
  2. 2
    What are impressions, position, and clicks? (öffnet in neuem Tab)Google Search Console-Hilfe, support.google.com
  3. 3
    Grundlegende Updates an der Google Suche (öffnet in neuem Tab)Google Search Central, developers.google.com

Hinweis zur Erstellung: Dieser Beitrag entstand mit Unterstützung von KI und wurde von Paul Böstro redaktionell geprüft.

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So arbeite ich: SEO und GEO

Paul Böstro

Über den Autor

Paul Böstro

Ich führe die creativecouch in Butzbach und bin vom BAFA zugelassener Berater. Seit über zwölf Jahren entwickle ich Marken, Websites und digitale Strategien, heute vor allem für Sichtbarkeit bei Google und KI.

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