SEO & Sichtbarkeit   ·  6 Minuten Lesezeit

Wikipedia, Wikidata, Verzeichnisse: Woher KI-Systeme ihr Bild von dir haben

KI-Antworten entstehen nicht nur aus deiner Website.

Paul BöstroInhaber der creativecouch, vom BAFA zugelassener Berater

Inhaber vergleicht am Schreibtisch einen Enzyklopädie-Artikel auf dem Laptop mit einem strukturierten Datenbankeintrag auf dem Monitor, um zu prüfen, welche Angaben über sein Unternehmen im Netz stehen.Beitragsbild: KI-generiert

Was tatsächlich zitiert wird

SISTRIX hat die Quellen im Google AI Mode für Deutschland ausgewertet, Stand 27. Oktober 2025. Das Ergebnis ist deutlicher, als mir lieb ist.

Ganz vorn steht YouTube, das in rund 40 Prozent aller Antworten verlinkt wird. Auf Platz zwei folgen Googles eigene Dienste, vor allem die Übersetzung. Wikipedia liegt mit etwa 17 Prozent auf Platz drei, Reddit auf Platz fünf1.

Auffällig ist noch etwas: ADAC, Check24 und Vodafone tauchen im AI Mode deutlich häufiger auf als in den organischen Ergebnissen. Ich lese daraus, dass große, thematisch eindeutige Portale im Vorteil sind. Die Auswertung selbst nennt dafür keinen Grund.

Warum Wikipedia für dich meist ausfällt

Wikipedia ist in den Daten die stärkste externe Quelle, auf die ein normales Unternehmen überhaupt Einfluss nehmen könnte. Nur darf es das in aller Regel nicht.

Die deutschsprachige Wikipedia nennt für Wirt­schafts­un­ter­nehmen klare Schwellen. Relevant ist ein Unternehmen, wenn es mindestens 1.000 Voll­zeit­mitar­beiter hat, mehr als 100 Millionen Euro Jahresumsatz vorweist, mindestens 20 Betriebsstätten unterhält und dabei einer großen Kapi­tal­ge­sell­schaft entspricht, an einer Börse im regulierten Markt gehandelt wird oder bei einer Produktgruppe eine markt­be­herr­schende Stellung beziehungsweise eine innovative Vorreiterrolle hat2.

Es reicht eines dieser Kriterien und sie dürfen auch historisch erfüllt worden sein. Trotzdem fällt damit praktisch jeder regionale Dienstleister durch. Wer es gegen die Regeln versucht, verbrennt Zeit und riskiert eine Löschdiskussion mit öffentlicher Wirkung.

Dass Wikipedia-Links als SEO-Trick ohnehin nichts bringen, habe ich unter Wikipedia-Backlinks als SEO-Mythos schon ausein­an­der­ge­nommen. Für KI-Sichtbarkeit gilt dasselbe in Grün.

Kernsatz

Die einzige Quelle, die du vollständig kontrollierst, ist deine eigene Website.

Wikidata ist die offenere Tür

Wikidata ist die strukturierte Datenbank hinter dem Wikipedia-Universum. Sie arbeitet nicht mit Relevanzkriterien im Wikipedia-Sinn, sondern mit drei Bedingungen.

Ein Eintrag ist zulässig, wenn er einen gültigen Sitelink in ein Wikimedia-Projekt enthält, wenn er sich auf eine klar identifizierbare gegenständliche oder begriffliche Entität bezieht, die sich mit ernsthaften und öffentlich verfügbaren Quellen beschreiben lässt, oder wenn er strukturell gebraucht wird, um Aussagen in anderen Einträgen nutzbar zu machen.

Punkt zwei ist der interessante. Ein Betrieb mit Handels­re­gis­ter­ein­trag, Impressum und Presseerwähnungen erfüllt ihn formal. Ob ein Eintrag dann bestehen bleibt, entscheidet trotzdem die Community.

Mein Rat zu Wikidata bleibt zurückhaltend

Ich empfehle keinem Kunden, sich selbst einen Wikidata-Eintrag anzulegen. Nicht weil es verboten wäre, sondern weil der Nutzen unbelegt ist und ein selbst erstellter Eintrag über das eigene Unternehmen in jeder offenen Community kritisch gesehen wird.

Es gibt keine Untersuchung, die zeigt, dass ein Wikidata-Eintrag die Wahr­schein­lich­keit einer KI-Empfehlung erhöht. Wer dir das verkauft, hat die Quelle dafür nicht.

Sinnvoll ist der umgekehrte Weg. Wenn ein Eintrag bereits existiert, etwa weil dein Unternehmen in einer Liste auftaucht, dann prüf ihn auf Fehler und korrigier sie mit Beleg. Das ist Pflege, kein Aufbau.

Bran­chen­ver­zeich­nisse: wenige, richtige, gepflegte

Verzeichnisse sind der Teil, den du wirklich in der Hand hast. Nur funktioniert er anders, als die Branche ihn jahrelang verkauft hat.

Der Wert entsteht nicht durch die Menge der Einträge, sondern dadurch, dass überall dieselben Angaben stehen. Name, Adresse, Telefonnummer, Website, Leis­tungs­be­schrei­bung. Ein Eintrag mit der Adresse von vor zwei Umzügen schadet mehr, als er nützt.

Bezahlte Einträge sind der Punkt, an dem ich regelmäßig abrate. Ein kostenpflichtiger Platz in einem Portal, das niemand aus deiner Region nutzt, erzeugt nur eine weitere Adresse, die du pflegen musst.

Für einen regionalen Betrieb reicht eine kurze Liste: das Google-Unternehmensprofil, die Handwerkskammer oder der Branchenverband, ein oder zwei überregionale Portale mit echter Nutzung und die Profile, die du ohnehin pflegst. Alles darüber ist Arbeit ohne Gegenwert.

Dein Fall ist anders

Dann schauen wir ihn uns im kostenlosen Erstgespräch an.

Der eigentliche Hebel liegt bei dir

Alle genannten Quellen haben eine Gemeinsamkeit: Sie beschreiben dich mit fremden Worten. Die einzige Quelle, die du vollständig kontrollierst, ist deine eigene Website.

Wenn dort klar steht, wer du bist, wo du arbeitest und was du genau anbietest, haben alle anderen Quellen etwas, womit sie übereinstimmen können. Wenn es dort unklar steht, verstärken die Verzeichnisse die Unklarheit.

Wie ein falsches Bild im Kopf einer Maschine entsteht und wie du es korrigierst, steht unter wenn die KI dich falsch versteht. Die technische Seite dazu findest du unter Entitäts-SEO für KMU.

Was YouTube damit zu tun hat

Der Spitzenwert von rund 40 Prozent ist verlockend, taugt aber nicht als Hand­lungs­an­wei­sung. Die Auswertung schlüsselt nicht auf, bei welchen Fragen er entsteht. Ich vermute, dass er vor allem bei Fragen entsteht, bei denen ein Video die bessere Antwort ist, etwa bei Anleitungen und Vergleichen.

Ein Kanal aus Pflichtgefühl bringt nichts. Wenn du deine Leistung aber ohnehin zeigen kannst, weil du etwas baust, reparierst oder erklärst, ist Video eine Quelle, die in dieser Auswertung sehr weit vorn liegt.

Ich sage das mit Vorbehalt. Die Zahl stammt aus einer Auswertung des AI Mode für Deutschland und nicht aus den KI-Übersichten oder aus ChatGPT. Übertragbar ist die Richtung, nicht der Einzelwert.

Was die meistzitierten Seiten gemeinsam haben

SISTRIX hat in einer zweiten Auswertung vom 13. November 2025 untersucht, was die hundert am häufigsten zitierten Webseiten anders machen3. Drei Muster ziehen sich durch.

Erstens sind diese Seiten eher Nachschlagewerke als Fließtexte. Nummerierte Listen, Schritt-für-Schritt-Anleitungen, Tabellen mit Daten und feste Vorlagen kommen deutlich häufiger vor als durchgehende Absätze.

Zweitens machen sie Autorschaft und Aktualität sichtbar. Ein benannter Verantwortlicher, ein ausgewiesenes Aktua­li­sie­rungs­datum und ein dateModified-Feld im Markup sind dort die Regel und nicht die Ausnahme.

Drittens sind sie maschinenlesbar aufgebaut. Semantisches HTML, JSON-LD und ein Inhalts­ver­zeichnis mit funktionierenden Ankerlinks gehören zum Standard.

Das ist die brauchbarste Erkenntnis aus dem ganzen Thema, weil sie nichts mit fremden Plattformen zu tun hat. Diese drei Punkte kannst du auf deiner eigenen Seite umsetzen, ohne auf eine Community oder ein Portal angewiesen zu sein.

Ein Vorbehalt gehört dazu. Die Auswertung beschreibt, was erfolgreiche Seiten gemeinsam haben, nicht was ihren Erfolg verursacht hat. Große Portale erfüllen diese Punkte auch deshalb, weil sie Redaktionen haben.

Was ich stattdessen empfehle

Die Reihenfolge ist wichtiger als die Vollständigkeit. Ich arbeite sie mit Kunden genau so ab.

  1. Bring die eigene Website in Ordnung. Wer du bist, wo du bist, was du tust, in klaren Sätzen und nicht nur im Design.
  2. Pfleg das Google-Unternehmensprofil vollständig. Es ist die Datenschicht, auf die sich lokale Antworten stützen.
  3. Prüf deine bestehenden Verzeich­ni­sein­träge auf Abweichungen. Korrigieren ist wirksamer als neu anlegen.
  4. Lass Wikipedia in Ruhe, solange du die Relevanzkriterien nicht erfüllst.
  5. Korrigier einen vorhandenen Wikidata-Eintrag, aber leg keinen neuen über dich selbst an.

Das ist weniger spektakulär als eine Eintragsoffensive in vierzig Portalen. Es ist aber das, was sich belegen lässt. Außerdem hält es auch dann noch, wenn sich die Systeme wieder ändern.

Wenn du wissen willst, welches Bild die gängigen Systeme heute von deinem Unternehmen haben, sehen wir uns das im kostenlosen Erstgespräch von dreißig Minuten an. Wie die creativecouch SEO und GEO zusammendenkt, steht auf der Leistungsseite, die Umsetzung klären wir in der Beratung.

Hinweis zur Erstellung: Dieser Beitrag entstand mit Unterstützung von KI und wurde von Paul Böstro redaktionell geprüft.

Wie sichtbar du bei Google und KI bist

Im kostenlosen Erstgespräch suchen wir gemeinsam nach deiner Leistung und schauen, welche Schritte sich lohnen.

So arbeite ich: SEO und GEO

Paul Böstro

Über den Autor

Paul Böstro

Ich führe die creativecouch in Butzbach und bin vom BAFA zugelassener Berater. Seit über zwölf Jahren entwickle ich Marken, Websites und digitale Strategien, heute vor allem für Sichtbarkeit bei Google und KI.

Mehr über mich

Weiterlesen

Mehr zu SEO, GEO, KI und Webdesign.

Alle Fachbeiträge