SEO & Sichtbarkeit   ·  7 Minuten Lesezeit

Was Originalität auf einer Website konkret bedeutet

Originalität ist der meistgenannte und am schlechtesten erklärte Begriff im SEO. Dieser Beitrag übersetzt ihn in überprüfbare Elemente, die du entweder auf deiner Seite hast oder eben nicht.

Paul BöstroInhaber der creativecouch, vom BAFA zugelassener Berater

Laptop mit leerem Dokument auf dem Schreibtisch, daneben drei handbeschriebene Karteikarten mit abgehakten Punkten.Beitragsbild: KI-generiert

Wer, wie, warum

Google fasst die Bewertung von Inhalten in drei Fragen: Wer hat das erstellt, wie ist es entstanden und warum gibt es das überhaupt?

Beim Wer verlangt Google sichtbare Herkunft: erkennbare Quellen, Belege für die vorhandene Fachkenntnis und Angaben zur Person hinter dem Text. Ein Beitrag ohne Verfasser beantwortet diese Frage nicht.

Beim Wie geht es ausdrücklich um Automatisierung. Google empfiehlt offenzulegen, wie Automatisierung oder KI-Erzeugung eingesetzt wurde, wo Leser das vernünftigerweise erwarten würden1. Das ist keine Empfehlung zwischen den Zeilen, das steht so in der Dokumentation.

Diese drei Fragen sind der brauchbarste Teil der ganzen Dokumentation, weil sie sich an einer fertigen Seite beantworten lassen. Zwei Minuten reichen und die Antwort ist selten schmeichelhaft.

Beim Warum ist die Antwort einfach und trotzdem unbequem: Inhalte sollen in erster Linie Menschen helfen und nicht Suchmaschinen beeinflussen. Wer einen Text schreibt, weil ein Werkzeug eine Lücke gemeldet hat, fällt bei dieser Frage durch.

Kernsatz

Streich jeden Satz, der auch beim Wettbewerb stehen könnte. Was bleibt, ist dein Beitrag.

Holzleiste mit fünf Haken, an vier davon hängen leere Metallschilder an Lederbändern, ein Haken bleibt frei.Bild: KI-generiert

Originalität in überprüfbaren Elementen

Das ist die Übersetzung, mit der ich in Projekten arbeite. Jede Zeile lässt sich an einer bestehenden Seite abhaken, ohne dass man darüber diskutieren muss.

ElementWoran man es erkennt
eigene ZahlenWerte aus deinen Projekten, deiner Messung, deiner Kalkulation
eigene BilderFotos aus deinem Betrieb statt Stockmaterial
benannte PersonVorname, Nachname, Rolle, nicht "das Team"
konkreter Fallein beschriebenes Projekt mit Ausgangslage und Ergebnis
eigene Einordnungein Satz, der eine Entscheidung trifft und sie begründet
sichtbares DatumAktua­li­sie­rungs­datum im Text und im Markup
genannte Quelledie Primärquelle, nicht der Artikel über die Primärquelle

Diese sieben Punkte sind nicht Googles Liste. Sie sind meine Übersetzung von Googles Fragen in Dinge, die man prüfen kann. Ich kennzeichne das ausdrücklich als Einschätzung.

Was die Updates 2026 gezeigt haben

Google hat 2026 bisher zwei Core Updates ausgerollt. Das März-Update lief vom 27. März an über zwölf Tage, das Mai-Update ab dem 21. Mai über knapp zwölf Tage2.

Dazu kamen vier Spam-Updates im März, Juni, August und September, das letzte vom 24. September bis 8. Oktober 2026. Alle Angaben stehen im Status-Dashboard von Google Search, Stand 13. Oktober 2026.

Zu keinem dieser Updates hat Google gesagt, welche Eigenschaft belohnt oder bestraft wurde. Wer dir nach einem Update erklärt, es sei um Originalität gegangen, deutet ohne Grundlage.

Warum Vertrauen über allem steht

Google beschreibt Qualität mit vier Begriffen: Erfahrung, Fachkenntnis, Autorität und Vertrau­ens­wür­dig­keit. Und setzt einen Satz dahinter, den ich für den wichtigsten der ganzen Dokumentation halte.

Von diesen Aspekten sei Vertrauen der wichtigste1. Die anderen drei zahlen darauf ein, sie ersetzen es nicht. Eine Seite mit beeindruckender Fachtiefe und ohne erkennbaren Absender erfüllt die Anforderung nicht.

Praktisch heißt das: Impressum, Kontaktweg, benannte Autorschaft, nachvollziehbare Quellen. Das ist unspektakulär, kostet fast nichts und fehlt trotzdem auf den meisten Unter­neh­mens­seiten, die ich mir ansehe.

Der häufigste Fehler: Vollständigkeit statt Substanz

Viele Seiten sind lang, vollständig und vollkommen austauschbar. Sie erklären das Thema korrekt und enthalten keinen einzigen Satz, den nicht auch jemand anderes hätte schreiben können.

Genau das meint Googles Frage nach dem substanziellen Mehrwert im Vergleich zu anderen Seiten. Es geht nicht darum, ob dein Text richtig ist, sondern ob er etwas beiträgt, das anderswo fehlt.

Ich merke das bei mir selbst. Wenn ein Abschnitt leicht von der Hand geht, steht darin meistens nichts, was nicht schon dreißigmal anderswo steht. Die Stellen, die Arbeit machen, sind die wertvollen.

Der Test dafür dauert eine Minute. Streich aus deinem Text jeden Satz, der auch auf der Seite eines Wettbewerbers stehen könnte. Was übrig bleibt, ist dein Beitrag. Bei den meisten Seiten bleibt sehr wenig übrig.

Dein Fall ist anders

Dann schauen wir ihn uns im kostenlosen Erstgespräch an.

Warum das für KI-Antworten genauso gilt

Ein Sprachmodell, das mehrere Seiten zu einem Thema vorliegen hat, braucht einen Grund, ausgerechnet deine zu nennen. Eine korrekte Zusammenfassung von Allgemeinwissen ist kein Grund.

Eine eigene Zahl, ein konkreter Fall oder eine benannte Einschätzung dagegen sind zitierfähig. Sie stehen nur bei dir, also muss die Quelle genannt werden.

Wie man so schreibt, dass ein System überhaupt zitieren kann, steht unter zitierfähig schreiben. Warum Sichtbarkeit ohne Einordnung wenig wert ist, steht unter sichtbar, aber nicht eindeutig eingeordnet.

Was Originalität ausdrücklich nicht ist

Drei Missverständnisse halten sich hartnäckig und alle drei kosten Geld.

Originalität ist keine Textlänge. In Googles Dokumentation zu hilfreichen Inhalten steht keine einzige Zahl zur Mindestlänge1. Ein Text wird nicht dadurch eigenständig, dass jemand ihn auf 2.000 Wörter streckt.

Originalität ist auch kein Prozentwert aus einem Prüfwerkzeug. Ein Plagiatsprüfer misst Textgleichheit, nicht Substanz. Ein völlig neu formulierter Text ohne eigene Information besteht diesen Test mit Bestnote und bleibt trotzdem austauschbar.

Und Originalität ist keine Frage des Werkzeugs. Googles Spam-Richtlinien beschreiben massenhaft erzeugte Inhalte als missbräuchlich, wenn sie vor allem das Ranking beeinflussen sollen. Wie sie erzeugt wurden, spielt dabei ausdrücklich keine Rolle3. Stand der Seite ist der 28. August 2026.

Das ist die eigentliche Botschaft dahinter. Nicht das Werkzeug entscheidet, sondern ob am Ende etwas dasteht, das es vorher nirgends gab.

Was das für Bestandsinhalte heißt

Der Reflex nach einem Rankingverlust ist, noch mehr zu schreiben. Meistens ist das Gegenteil richtig.

Drei dünne Beiträge zu einem Thema werden selten dadurch besser, dass ein vierter dazukommt. Sie werden besser, wenn einer davon alles Substanzielle aufnimmt und die anderen darauf weiterleiten.

Den Ablauf dafür habe ich unter Content-Audit: aktualisieren statt neu produzieren beschrieben. Er ist die praktische Antwort auf die Frage nach Originalität, weil er Substanz bündelt statt sie zu verdünnen.

Quellen

  1. 1
  2. 2
    History for Ranking | Google Search Status Dashboard (öffnet in neuem Tab)Google Search Status Dashboard, status.search.google.com
  3. 3
    Spam policies for Google web search (öffnet in neuem Tab)Google Search Central, developers.google.com

Hinweis zur Erstellung: Dieser Beitrag entstand mit Unterstützung von KI und wurde von Paul Böstro redaktionell geprüft.

Wie sichtbar du bei Google und KI bist

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So arbeite ich: SEO und GEO

Paul Böstro

Über den Autor

Paul Böstro

Ich führe die creativecouch in Butzbach und bin vom BAFA zugelassener Berater. Seit über zwölf Jahren entwickle ich Marken, Websites und digitale Strategien, heute vor allem für Sichtbarkeit bei Google und KI.

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