SEO & Sichtbarkeit   ·  7 Minuten Lesezeit

Interne Verlinkung als Bedeutungsnetz, nicht als Kraftverteilung

Interne Links verteilen keine Kraft. Sie erklären, wie deine Themen zusammenhängen. Dieser Beitrag zeigt, wie du Ankertexte, Cluster und Reihenfolge so aufbaust, dass diese Erklärung auch ankommt.

Paul BöstroInhaber der creativecouch, vom BAFA zugelassener Berater

Hand am Laptop, auf dem Bildschirm der HTML-Quelltext einer Seite im Editor.Beitragsbild: KI-generiert

Der Ankertext ist die eigentliche Aussage

Google verlangt Ankertexte, die beschreibend, angemessen knapp und für die Zielseite relevant sind1. Ausdrücklich als schlechte Beispiele genannt sind "hier klicken" und "mehr lesen".

Der beste Test steht ebenfalls in der Dokumentation: Lies nur den Ankertext, ohne den Satz drumherum. Wenn er dann nicht aussagekräftig ist, braucht er eine bessere Beschreibung.

Mach diesen Test einmal mit deiner Startseite. Bei den meisten Websites bleibt eine Liste aus "mehr erfahren", "zum Angebot" und "weiterlesen" übrig, die über nichts Auskunft gibt.

Kernsatz

Fünf Links, die alle auf dieselbe Leistungsseite zeigen, sind kein Netz, sondern ein Trichter.

Linkketten und Bildlinks

Google warnt davor, mehrere Links direkt hintereinander zu setzen, weil Leser sie dann kaum noch unterscheiden können1. Das ist ein Argument für Menschen, das technisch mitläuft.

Typischer Fall ist die Aufzählung am Ende eines Beitrags, in der fünf Links in einem Satz stehen. Jeder einzelne verliert dadurch seinen Zusammenhang.

Bei verlinkten Bildern dient das alt-Attribut als Ankertext. Ein verlinktes Logo ohne Alt-Text ist deshalb ein Link ohne Aussage und das ist gleichzeitig ein Barrie­re­frei­heits­pro­blem2.

Cluster statt Sammlung

Ein Themencluster besteht aus einer Überblicksseite zum Thema und mehreren Seiten, die einzelne Aspekte vertiefen. Die Verbindungen laufen in beide Richtungen.

Der Fehler in gewachsenen Websites ist fast immer derselbe: Die Überblicksseite verlinkt nach unten, aber die Detailseiten verlinken nicht zurück und schon gar nicht untereinander. Damit bleibt der Zusammenhang unsichtbar.

Ich prüfe das mit einer simplen Frage. Wenn jemand auf einer beliebigen Detailseite landet: Erkennt er, zu welchem größeren Thema sie gehört? Findet er von dort die Nachbarthemen?

Warum Beziehungen zwischen Inhalten schwerer wiegen als die Einzelseite, steht ausführlicher unter Kontext und Beziehungen statt einzelner Inhalte.

Die typischen Fehler gewachsener Seiten

Diese fünf finde ich in fast jedem Audit. Sie sind alle mit überschaubarem Aufwand zu beheben.

FehlerWas er anrichtet
Links nur in der Navigationkein Zusammenhang im Text, nur eine Struktur daneben
verwaiste Seitenkeine Verbindung, also auch keine Einordnung
alles zeigt auf die Startseitedie stärkste Verbindung führt zur unspezifischsten Seite
Ankertext "mehr erfahren"der Link sagt nichts über sein Ziel
Links auf Weiterleitungenunnötiger Umweg, oft aus alten Beiträgen

Verwaiste Seiten entstehen fast immer beim Relaunch. Eine Seite wird übernommen, aber der Beitrag, der früher auf sie verwiesen hat, existiert nicht mehr oder wurde gekürzt.

Der letzte Punkt lohnt sich besonders. Nach jedem Relaunch zeigen alte Beiträge auf URLs, die nur noch per Weiterleitung erreichbar sind. Das direkt zu korrigieren ist eine halbe Stunde Arbeit.

Dein Fall ist anders

Dann schauen wir ihn uns im kostenlosen Erstgespräch an.

Wie viele Links gehören in einen Beitrag?

Es gibt keine offizielle Zahl und jede, die dir genannt wird, ist erfunden. Google nennt in der Dokumentation zu Links keine Obergrenze für interne Verweise1.

Meine Arbeitsregel für einen Fachbeitrag liegt bei drei bis fünf, jeweils dort gesetzt, wo der Gedanke sie braucht. Ein Link mitten im Argument wird gelesen, ein Link in einer Liste am Ende nicht.

Wichtiger als die Zahl ist die Verteilung. Fünf Links, die alle auf dieselbe Leistungsseite zeigen, sind kein Netz, sondern ein Trichter.

Navigation und Textlink sind nicht dasselbe

Eine Navigation steht auf jeder Seite gleich. Sie beschreibt die Struktur deines Angebots, aber sie sagt nichts darüber, warum ausgerechnet dieser Text auf jene Seite verweist.

Ein Link im Fließtext tut genau das. Er steht an einer bestimmten Stelle eines bestimmten Gedankens und der umgebende Satz liefert die Begründung mit.

Deshalb ersetzt eine gute Navigation keine interne Verlinkung. Sie ist die Landkarte, der Textlink ist die Wegbeschreibung. Beides wird gebraucht, aber nur eines davon erklärt Zusammenhänge.

Praktisch heißt das: Eine Seite, die ausschließlich über das Menü erreichbar ist, hat keine inhaltliche Einbettung. Sie existiert in der Struktur und nicht im Zusammenhang.

Wann ich bewusst nicht verlinke

Nicht jede Erwähnung braucht einen Link. Wenn ich in einem Satz drei Begriffe verlinke, die alle irgendwie passen, lenke ich vom Argument ab statt es zu stützen.

Ich lasse den Link weg, wenn die Zielseite dasselbe noch einmal sagt und nichts ergänzt, wenn der Leser gerade mitten in einer Begründung steckt oder wenn ich im selben Absatz schon einen Link gesetzt habe.

Und ich verlinke grundsätzlich nicht auf Seiten, die ich selbst für schwach halte. Ein Link ist eine Empfehlung an den Leser, auch wenn er innerhalb der eigenen Website bleibt.

Was das für KI-Antworten bedeutet

Ein System, das deine Seite liest, sieht dieselben Verbindungen wie ein Mensch. Ein Beitrag, der auf die zugehörige Leistungsseite verweist und den Ankertext klar benennt, macht den Zusammenhang explizit.

Ich kennzeichne das ausdrücklich als Einschätzung. Kein Anbieter dokumentiert interne Links als Signal für KI-Antworten und ich kenne keine Untersuchung dazu.

Was sich belegen lässt, ist die andere Richtung: Ohne crawlbare Verbindung wird eine Seite schlechter gefunden und was nicht gefunden wird, kann auch nicht zitiert werden. Das reicht mir als Begründung.

Mann an einer Pinnwand verbindet ausgedruckte Seiten mit Fäden, die alle von einer zentralen Seite ausgehen.Bild: KI-generiert

Wie ich vorgehe

Der Ablauf ist immer gleich und lässt sich an einem Vormittag erledigen.

  1. Alle URLs auflisten und den Themen zuordnen, zu denen sie gehören. Erst danach über Links nachdenken.
  2. Verwaiste Seiten suchen. Jede Seite braucht mindestens einen Link aus einem Text, nicht nur aus der Navigation.
  3. Pro Cluster eine Überblicksseite festlegen und die Rückverlinkung von den Detailseiten ergänzen.
  4. Ankertexte durchgehen und jedes "mehr erfahren" durch eine Beschreibung des Ziels ersetzen.
  5. Links auf Weiterleitungen direkt auf die aktuelle URL umstellen.

Schritt eins ist der, den die meisten überspringen. Er gehört zur Bestandsaufnahme, die ich unter Content-Audit: aktualisieren statt neu produzieren beschrieben habe.

Wenn du wissen willst, welche deiner Seiten verwaist sind und welche Cluster nur halb verbunden sind, sehen wir uns das im kostenlosen Erstgespräch von dreißig Minuten an. Wie die creativecouch SEO und GEO zusammendenkt, steht auf der Leistungsseite, die Umsetzung planen wir in der Beratung.

Quellen

  1. 1
    Link-Best-Practices für Google (öffnet in neuem Tab)Google Search Central, developers.google.com
  2. 2
    Functional Images (öffnet in neuem Tab)W3C Web Accessibility Initiative (WAI), w3.org

Hinweis zur Erstellung: Dieser Beitrag entstand mit Unterstützung von KI und wurde von Paul Böstro redaktionell geprüft.

Wie sichtbar du bei Google und KI bist

Im kostenlosen Erstgespräch suchen wir gemeinsam nach deiner Leistung und schauen, welche Schritte sich lohnen.

So arbeite ich: SEO und GEO

Paul Böstro

Über den Autor

Paul Böstro

Ich führe die creativecouch in Butzbach und bin vom BAFA zugelassener Berater. Seit über zwölf Jahren entwickle ich Marken, Websites und digitale Strategien, heute vor allem für Sichtbarkeit bei Google und KI.

Über mich und die creativecouch

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