Beitragsbild: KI-generiertBarrierefreie Formulare: der Punkt, an dem die meisten Websites scheitern
Label, Fehlermeldung, Pflichtfeld, Fokusreihenfolge: Das Kontaktformular als Musterfall, mit den neuen Kriterien aus …
Webdesign & WordPress · 7 Minuten Lesezeit
Der häufigste vermeidbare Schaden bei einem Neuauftritt entsteht nicht im Design, sondern in den URLs. Dieser Beitrag beschreibt die Reihenfolge, die das verhindert, von der Inventur bis zur Kontrolle nach dem Livegang.
Paul BöstroInhaber der creativecouch, beim BAFA registrierter Berater
Beitragsbild: KI-generiertDer Ablauf ist fast immer derselbe. Die neue Seite sieht gut aus, alle sind zufrieden, zwei Wochen später sind die Anfragen weg und niemand weiß, warum.
Die Ursache liegt dann meistens Monate zurück. Beim Neuaufbau der Struktur wurden Seiten zusammengelegt, umbenannt oder gestrichen und die alten Adressen laufen ins Leere.
Das Ärgerliche daran: Es ist der am leichtesten vermeidbare Schaden im ganzen Projekt. Man braucht dafür keine Spezialkenntnisse, nur eine Liste und Disziplin.
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Bernds neue Website geht online, doch ohne URL-Inventur und 301-Weiterleitungen stürzt das Ranking ab. Ich zeige dir, wie ich den Umzug deiner Adressen plane, bevor die neue Seite live geht.
Bild: KI-generiertBevor irgendjemand über Struktur nachdenkt, brauchst du eine vollständige Liste aller bestehenden Adressen. Google nennt dafür unter anderem diese drei Quellen: Sitemaps, Serverprotokolle und die eigene Statistik1.
Diese drei überschneiden sich nur teilweise. Die Sitemap kennt, was das System kennt. Das Serverprotokoll kennt auch die Adressen, die noch aufgerufen werden, obwohl sie längst niemand mehr verlinkt.
Ergänz die Liste um alles, was von außen auf dich zeigt: Einträge in Verzeichnissen, Links in E-Mail-Signaturen, QR-Codes auf gedrucktem Material, Anzeigen. Jeder dieser Wege führt auf eine feste Adresse.
Google empfiehlt ausdrücklich eine Zuordnung alter auf neue Adressen1. Praktisch ist das eine Tabelle mit zwei Spalten und sie muss vollständig sein.
Für jede Zeile gibt es genau drei mögliche Entscheidungen. Die Seite bleibt inhaltlich bestehen und bekommt die neue Adresse als Ziel. Der Inhalt geht in einer anderen Seite auf und zeigt dorthin. Oder es gibt kein sinnvolles Ziel.
Der dritte Fall ist der, bei dem am meisten falsch gemacht wird. Die Verlockung ist groß, alles Übrige auf die Startseite zu leiten. Das ist keine Weiterleitung, sondern eine Sackgasse mit Umweg.
Wenn es kein passendes Ziel gibt, ist ein sauberer Statuscode 410 ehrlicher. Er sagt: Diese Seite gibt es absichtlich nicht mehr.
Kernsatz
Alles Übrige auf die Startseite zu leiten ist keine Weiterleitung, sondern eine Sackgasse mit Umweg.
Bild: KI-generiertHier ist Googles Dokumentation eindeutig, Stand 14. April 2026. Permanente Weiterleitungen zeigen das neue Ziel in den Suchergebnissen, temporäre zeigen weiterhin die Ausgangsseite2.
| Code | Bedeutung | Wirkung bei Google |
|---|---|---|
| 301 | dauerhaft verschoben | Ziel wird kanonisch |
| 308 | dauerhaft, Methode bleibt | Ziel wird kanonisch |
| 302 | vorübergehend | Ausgangsseite bleibt im Index |
| 303 und 307 | vorübergehend | Ausgangsseite bleibt im Index |
| 410 | dauerhaft entfernt | Seite wird entfernt |
Der Unterschied zwischen 301 und 308 ist in der Praxis klein. Beide sind dauerhaft, 308 behält zusätzlich die ursprüngliche Anfragemethode bei3. Für eine normale Unternehmensseite spielt das keine Rolle.
Für einen Relaunch ist also 301 der Normalfall. Ein versehentlich gesetzter 302 ist der Klassiker, weil manche Plugins und die WordPress-Funktion wp_redirect() ihn als Voreinstellung nutzen4.
Eine Weiterleitung per JavaScript ist der schlechteste Weg. Google sagt selbst, man solle sie nur einsetzen, wenn serverseitige Weiterleitungen und meta refresh nicht möglich sind2.
Der Grund ist einfach: Die Seite muss erst gerendert werden, damit die Weiterleitung überhaupt auffällt. Scheitert das Rendern, sieht Google die Weiterleitung nie.
Bei meta refresh unterscheidet Google nach Verzögerung. Eine sofortige Umleitung ohne Wartezeit gilt als permanent, eine verzögerte als vorübergehend. Für einen Relaunch bleibt die serverseitige Weiterleitung die einzig saubere Lösung.
Bei einer Website, die schon zwei Umbauten hinter sich hat, entstehen Ketten. Adresse A zeigt auf B, B zeigt auf C, C zeigt auf die aktuelle Seite.
Jedes Glied kostet Zeit beim Abruf und jedes Glied ist eine Stelle, an der bei der nächsten Umstellung etwas bricht. Google empfiehlt, direkt auf das Endziel weiterzuleiten. Wenn das nicht geht, sollen es möglichst höchstens drei und weniger als fünf Sprünge sein1.
Der Aufwand, das aufzulösen, ist gering. Man nimmt die Liste aus Schritt eins, ruft jede alte Adresse ab und trägt das tatsächliche Endziel direkt ein. Danach ist jede Kette genau ein Sprung lang.
Google rät, den Umzug wenn möglich in eine Phase mit geringem Verkehr zu legen. Google begründet das doppelt: Weniger Menschen bekommen die Übergangsphase mit und dem Server bleibt mehr Kapazität für den Googlebot1.
Praktisch heißt das für die meisten Betriebe: nicht in der Hauptsaison, nicht vor einer Messe, nicht kurz vor dem Weihnachtsgeschäft. Und nicht an einem Freitagnachmittag.
Ich plane den Livegang bewusst auf einen Dienstag oder Mittwoch am Vormittag. Dann ist der ganze Tag Zeit zum Nachkontrollieren und der Rest der Woche für das, was auffällt.
Dann schauen wir ihn uns im kostenlosen Erstgespräch an.
Die Arbeit ist mit dem Umschalten nicht vorbei, sie fängt dort an. Google nennt drei Berichte in der Search Console zur Beobachtung: den Sitemap-Bericht, den Indexierungsbericht und die Suchanfragen1.
Reich die neue Sitemap ein und entferne die alte. Warnungen während der Umstellung sind dabei normal und kein Grund zur Panik, das schreibt Google ausdrücklich dazu.
Prüf zusätzlich jeden Tag die Fehlerseiten. Eine 404-Meldung in den Protokollen ist der direkteste Hinweis auf eine vergessene Adresse und in der ersten Woche tauchen dort fast immer welche auf, die in der Inventur gefehlt haben.
Hier gibt Google eine seltene konkrete Zahl. Behalte die Weiterleitungen so lange wie möglich, in der Regel mindestens ein Jahr1. Stand der Dokumentation ist der 20. August 2026.
Der Grund ist nicht nur Google. Ein Link in einem Forum, ein QR-Code auf einer Broschüre oder ein Lesezeichen im Browser eines Stammkunden hat kein Verfallsdatum.
Ich lasse Weiterleitungen deshalb grundsätzlich stehen. Sie kosten nichts, solange die Liste gepflegt und kettenfrei ist. Was ein Jahr überlebt hat, darf auch das zweite bleiben.
Die Inventur erfasst Seiten, aber Adressen gibt es auch für alles andere. Ein Preisblatt als PDF, ein Formular zum Download, ein Bild, das in einem Fachforum eingebunden ist.
Beim Systemwechsel ändert sich der Ablageort dieser Dateien fast immer. Wer nur die Seiten zuordnet, produziert eine Reihe toter Links auf Dateien, die es weiterhin gibt.
Ich nehme deshalb alle Dateitypen mit in die Liste. Das Serverprotokoll zeigt zuverlässig, welche davon tatsächlich abgerufen werden. Meistens ist das eine überschaubare Handvoll.
Alle neuen Seiten brauchen einen auf sich selbst verweisenden Canonical-Link1. Google nennt das in der Anleitung zum Seitenumzug ausdrücklich.
Ebenso oft vergessen: die internen Links in alten Beiträgen. Sie zeigen nach dem Relaunch auf die alten Adressen und laufen damit über die Weiterleitung, statt direkt zum Ziel zu führen.
Und der Klassiker unter den Fehlern: eine noindex-Angabe aus der Testumgebung, die beim Livegang mitgewandert ist. Das prüfe ich als allererstes, noch vor allen Weiterleitungen.
Bild: KI-generiertSo sieht der Ablauf aus, wenn nichts schiefgehen soll.
Schritt zwei ist inhaltliche Arbeit und keine technische. Wie du dabei vorgehst, steht unter Content-Audit: aktualisieren statt neu produzieren.
Wenn zusätzlich die Domain wechselt, kommt eine weitere Ebene dazu. Was dabei zu beachten ist, steht unter neue Domain 2026. Was in den ersten Wochen nach dem Start sonst noch ansteht, steht unter die ersten 90 Tage nach dem Launch.
Wenn ein Relaunch ansteht und du wissen willst, wie groß deine URL-Liste wirklich ist, sehen wir uns das im kostenlosen Erstgespräch von dreißig Minuten an. Wie die creativecouch Webdesign und Relaunches angeht, steht auf der Leistungsseite, die Planung machen wir in der Beratung.
Hinweis zur Erstellung: Dieser Beitrag entstand mit Unterstützung von KI und wurde von Paul Böstro redaktionell geprüft.
Im kostenlosen Erstgespräch gehen wir sie gemeinsam durch und klären, wo sie Anfragen verliert.
So arbeite ich: Webdesign

Über den Autor
Paul Böstro
Ich führe die creativecouch in Butzbach und bin beim BAFA als Berater registriert. Seit über zwölf Jahren entwickle ich Marken, Websites und digitale Strategien, heute vor allem für Sichtbarkeit bei Google und KI.
Über mich und die creativecouchRatgeber-Abo
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