Webdesign & WordPress   ·  7 Minuten Lesezeit

Relaunch ohne Sicht­bar­keits­ver­lust: das Redirect-Konzept

Der häufigste vermeidbare Schaden bei einem Neuauftritt entsteht nicht im Design, sondern in den URLs. Dieser Beitrag beschreibt die Reihenfolge, die das verhindert, von der Inventur bis zur Kontrolle nach dem Livegang.

Paul BöstroInhaber der creativecouch, beim BAFA registrierter Berater

Handwerker in seiner Werkstatt hält ein Smartphone mit einer Fehlerseite, daneben liegt ein alter Flyer mit QR-Code.Beitragsbild: KI-generiert

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Bernd und der Relaunch ohne Weiterleitungen

Bernds neue Website geht online, doch ohne URL-Inventur und 301-Weiterleitungen stürzt das Ranking ab. Ich zeige dir, wie ich den Umzug deiner Adressen plane, bevor die neue Seite live geht.

Schritt zwei: jede alte Adresse bekommt ein Ziel

Google empfiehlt ausdrücklich eine Zuordnung alter auf neue Adressen1. Praktisch ist das eine Tabelle mit zwei Spalten und sie muss vollständig sein.

Für jede Zeile gibt es genau drei mögliche Entscheidungen. Die Seite bleibt inhaltlich bestehen und bekommt die neue Adresse als Ziel. Der Inhalt geht in einer anderen Seite auf und zeigt dorthin. Oder es gibt kein sinnvolles Ziel.

Der dritte Fall ist der, bei dem am meisten falsch gemacht wird. Die Verlockung ist groß, alles Übrige auf die Startseite zu leiten. Das ist keine Weiterleitung, sondern eine Sackgasse mit Umweg.

Wenn es kein passendes Ziel gibt, ist ein sauberer Statuscode 410 ehrlicher. Er sagt: Diese Seite gibt es absichtlich nicht mehr.

Kernsatz

Alles Übrige auf die Startseite zu leiten ist keine Weiterleitung, sondern eine Sackgasse mit Umweg.

Was du nicht nehmen solltest

Eine Weiterleitung per JavaScript ist der schlechteste Weg. Google sagt selbst, man solle sie nur einsetzen, wenn serverseitige Weiterleitungen und meta refresh nicht möglich sind2.

Der Grund ist einfach: Die Seite muss erst gerendert werden, damit die Weiterleitung überhaupt auffällt. Scheitert das Rendern, sieht Google die Weiterleitung nie.

Bei meta refresh unterscheidet Google nach Verzögerung. Eine sofortige Umleitung ohne Wartezeit gilt als permanent, eine verzögerte als vorübergehend. Für einen Relaunch bleibt die serverseitige Weiterleitung die einzig saubere Lösung.

Weiter­lei­tungs­ketten auflösen

Bei einer Website, die schon zwei Umbauten hinter sich hat, entstehen Ketten. Adresse A zeigt auf B, B zeigt auf C, C zeigt auf die aktuelle Seite.

Jedes Glied kostet Zeit beim Abruf und jedes Glied ist eine Stelle, an der bei der nächsten Umstellung etwas bricht. Google empfiehlt, direkt auf das Endziel weiterzuleiten. Wenn das nicht geht, sollen es möglichst höchstens drei und weniger als fünf Sprünge sein1.

Der Aufwand, das aufzulösen, ist gering. Man nimmt die Liste aus Schritt eins, ruft jede alte Adresse ab und trägt das tatsächliche Endziel direkt ein. Danach ist jede Kette genau ein Sprung lang.

Der Zeitpunkt

Google rät, den Umzug wenn möglich in eine Phase mit geringem Verkehr zu legen. Google begründet das doppelt: Weniger Menschen bekommen die Übergangsphase mit und dem Server bleibt mehr Kapazität für den Googlebot1.

Praktisch heißt das für die meisten Betriebe: nicht in der Hauptsaison, nicht vor einer Messe, nicht kurz vor dem Weih­nachts­ge­schäft. Und nicht an einem Freitagnachmittag.

Ich plane den Livegang bewusst auf einen Dienstag oder Mittwoch am Vormittag. Dann ist der ganze Tag Zeit zum Nachkontrollieren und der Rest der Woche für das, was auffällt.

Dein Fall ist anders

Dann schauen wir ihn uns im kostenlosen Erstgespräch an.

Nach dem Livegang: die ersten Tage

Die Arbeit ist mit dem Umschalten nicht vorbei, sie fängt dort an. Google nennt drei Berichte in der Search Console zur Beobachtung: den Sitemap-Bericht, den Inde­xie­rungs­be­richt und die Suchanfragen1.

Reich die neue Sitemap ein und entferne die alte. Warnungen während der Umstellung sind dabei normal und kein Grund zur Panik, das schreibt Google ausdrücklich dazu.

Prüf zusätzlich jeden Tag die Fehlerseiten. Eine 404-Meldung in den Protokollen ist der direkteste Hinweis auf eine vergessene Adresse und in der ersten Woche tauchen dort fast immer welche auf, die in der Inventur gefehlt haben.

Wie lange die Weiterleitungen bleiben

Hier gibt Google eine seltene konkrete Zahl. Behalte die Weiterleitungen so lange wie möglich, in der Regel mindestens ein Jahr1. Stand der Dokumentation ist der 20. August 2026.

Der Grund ist nicht nur Google. Ein Link in einem Forum, ein QR-Code auf einer Broschüre oder ein Lesezeichen im Browser eines Stammkunden hat kein Verfallsdatum.

Ich lasse Weiterleitungen deshalb grundsätzlich stehen. Sie kosten nichts, solange die Liste gepflegt und kettenfrei ist. Was ein Jahr überlebt hat, darf auch das zweite bleiben.

Dateien werden fast immer vergessen

Die Inventur erfasst Seiten, aber Adressen gibt es auch für alles andere. Ein Preisblatt als PDF, ein Formular zum Download, ein Bild, das in einem Fachforum eingebunden ist.

Beim Systemwechsel ändert sich der Ablageort dieser Dateien fast immer. Wer nur die Seiten zuordnet, produziert eine Reihe toter Links auf Dateien, die es weiterhin gibt.

Ich nehme deshalb alle Dateitypen mit in die Liste. Das Serverprotokoll zeigt zuverlässig, welche davon tatsächlich abgerufen werden. Meistens ist das eine überschaubare Handvoll.

Der Punkt, der oft vergessen wird

Alle neuen Seiten brauchen einen auf sich selbst verweisenden Canonical-Link1. Google nennt das in der Anleitung zum Seitenumzug ausdrücklich.

Ebenso oft vergessen: die internen Links in alten Beiträgen. Sie zeigen nach dem Relaunch auf die alten Adressen und laufen damit über die Weiterleitung, statt direkt zum Ziel zu führen.

Und der Klassiker unter den Fehlern: eine noindex-Angabe aus der Testumgebung, die beim Livegang mitgewandert ist. Das prüfe ich als allererstes, noch vor allen Weiterleitungen.

Gelbes Umleitungsschild mit Pfeil vor einer abgesperrten Straße, dahinter weitere Schilder, die dieselbe Richtung fortführen.Bild: KI-generiert

Die Reihenfolge in sechs Schritten

So sieht der Ablauf aus, wenn nichts schiefgehen soll.

  1. Alle bestehenden Adressen sammeln, aus Sitemap, Serverprotokoll und Statistik.
  2. Bestand bewerten und entscheiden, was bleibt, was zusammengeführt wird und was wegfällt.
  3. Zuordnungstabelle anlegen, jede alte Adresse bekommt ein Ziel oder einen 410.
  4. Weiterleitungen als 301 einrichten und vor dem Livegang in einer Testumgebung durchprüfen.
  5. Umschalten, neue Sitemap einreichen, alte entfernen, noindex und Canonical kontrollieren.
  6. Vier Wochen lang die Fehlerseiten und die Search Console beobachten.

Schritt zwei ist inhaltliche Arbeit und keine technische. Wie du dabei vorgehst, steht unter Content-Audit: aktualisieren statt neu produzieren.

Wenn zusätzlich die Domain wechselt, kommt eine weitere Ebene dazu. Was dabei zu beachten ist, steht unter neue Domain 2026. Was in den ersten Wochen nach dem Start sonst noch ansteht, steht unter die ersten 90 Tage nach dem Launch.

Wenn ein Relaunch ansteht und du wissen willst, wie groß deine URL-Liste wirklich ist, sehen wir uns das im kostenlosen Erstgespräch von dreißig Minuten an. Wie die creativecouch Webdesign und Relaunches angeht, steht auf der Leistungsseite, die Planung machen wir in der Beratung.

Quellen

  1. 1
    Site Moves and Migrations (öffnet in neuem Tab)Google Search Central, developers.google.com
  2. 2
    Redirects and Google Search (öffnet in neuem Tab)Google Search Central, developers.google.com
  3. 3
    308 Permanent Redirect (öffnet in neuem Tab)MDN Web Docs, developer.mozilla.org
  4. 4
    wp_redirect() Function (öffnet in neuem Tab)WordPress Developer Resources, developer.wordpress.org

Hinweis zur Erstellung: Dieser Beitrag entstand mit Unterstützung von KI und wurde von Paul Böstro redaktionell geprüft.

Ich schaue mir deine Website an

Im kostenlosen Erstgespräch gehen wir sie gemeinsam durch und klären, wo sie Anfragen verliert.

So arbeite ich: Webdesign

Paul Böstro

Über den Autor

Paul Böstro

Ich führe die creativecouch in Butzbach und bin beim BAFA als Berater registriert. Seit über zwölf Jahren entwickle ich Marken, Websites und digitale Strategien, heute vor allem für Sichtbarkeit bei Google und KI.

Über mich und die creativecouch

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