Custom GPTs eingestellt: Was jetzt kommt und warum Skills mehr können
OpenAI schaltet die eigenen GPTs in ChatGPT ab. Hier liest du, was bei der Umstellung verloren geht, was Skills besser machen und was du bis Dezember erledigen solltest.
Custom GPTs werden eingestellt: OpenAI hat angekündigt, die selbst gebauten GPTs in ChatGPT am 11. Dezember 2026 abzuschalten und durch sogenannte Plugins zu ersetzen. Viele Unternehmen haben sich in den letzten Jahren genau solche Helfer gebaut, etwa für Angebotstexte, Produktbeschreibungen, interne Richtlinien oder wiederkehrende Kundenfragen. Diese Helfer verschwinden nicht sofort, aber sie laufen auf ein festes Datum zu.
Die gute Nachricht: Der Nachfolger ist technisch besser. An die Stelle eines eigenen Chatbots, den du jedes Mal extra öffnen musst, treten Skills, also gebündelte Arbeitsanweisungen, die der KI-Assistent selbst heranzieht, wenn eine Aufgabe dazu passt. Dieses Prinzip gibt es nicht nur bei OpenAI, sondern auch bei Anthropic mit Claude.
In diesem Beitrag ordne ich die Umstellung sachlich ein. Du erfährst, welche Fristen gelten, was bei der Migration auf der Strecke bleibt, was Skills konkret neu ermöglichen und welche Alternativen es gibt. Alle Angaben haben den Stand 27. September 2026, denn OpenAI hat einzelne Termine bereits einmal verschoben.
Wann werden Custom GPTs eingestellt?
Der planmäßige Abschalttermin für Custom GPTs ist der 11. Dezember 2026 und laut OpenAI betrifft die Umstellung alle ChatGPT-Tarife. Ab diesem Tag sind die GPTs und ihre Seiten nicht mehr erreichbar. Bis dahin bleiben bestehende GPTs nutzbar, auch wenn du schon auf ein Plugin umgestiegen bist.
Einen detaillierten Zeitplan hat OpenAI bisher nur für Enterprise-Workspaces veröffentlicht. Andere Tarife werden über Hinweise direkt im Produkt informiert. Deshalb lohnt sich ein Blick in dein eigenes Konto, denn dort steht der Termin, der für dich gilt.
Für Enterprise-Workspaces nennt OpenAI im Help Center einen gestaffelten Zeitplan. Die einzelnen Schritte sehen so aus:
- 11. September 2026: Hinweis an die Administratoren
- 22. September 2026: Zieltermin für die Migrationsfunktion, ausdrücklich ohne Garantie für jeden Workspace
- 26. Oktober 2026 (geplant): Es lassen sich keine neuen Custom GPTs mehr anlegen, bestehende können weiter bearbeitet werden
- 11. Dezember 2026: Abschaltung aller Custom GPTs
- 11. Februar 2027: Abschaltung nur für Enterprise-Workspaces mit einem genehmigten Aufschub
Frühere Berichte nannten den 25. September als Ende für neue GPTs, inzwischen steht dort der 26. Oktober. Maßgeblich ist das offizielle Migrations-FAQ von OpenAI, das regelmäßig aktualisiert wird.
Was wird bei der Migration übernommen und was geht verloren?
Übernommen werden die Anweisungen, die Wissensdateien und verbundene Apps, verloren gehen die Modellwahl, alle bisherigen Chats und vor allem die Custom Actions. Die Migration startest du unter „My GPTs“ mit „Migrate to plugin“, sobald die Funktion für dein Konto freigeschaltet ist. Dabei wird immer die zuletzt veröffentlichte Version übernommen, Entwürfe bleiben außen vor.
| Bestandteil deines GPT | Was mit ihm passiert |
|---|---|
| Anweisungen | werden zu einem Skill im neuen Plugin |
| Wissensdateien | werden als Referenzdateien kopiert |
| Verbundene Apps | werden dem Plugin als Apps hinzugefügt |
| Gewähltes Modell | wird nicht übernommen |
| Bisherige Unterhaltungen | bleiben im alten GPT und verschwinden mit ihm |
| Custom Actions (Schnittstellen zu anderen Diensten) | werden nicht übertragen und müssen neu aufgebaut werden |
| Freigaben für andere Personen | werden nicht übernommen, das Plugin startet privat |
| Unveröffentlichte Entwürfe | werden nicht übertragen |
Zwei Punkte werden oft unterschätzt. Nach der Migration ist das alte GPT nur noch lesbar, Änderungen musst du also vorher erledigen. Und wer ein GPT nur nutzt, aber nicht selbst gebaut hat, kann es nicht migrieren, sondern ist darauf angewiesen, dass der Ersteller ein Ersatz-Plugin bereitstellt.
Custom Actions sind der aufwendigste Teil. Wenn dein GPT zum Beispiel Daten aus einem Warenwirtschaftssystem oder einem CRM abgerufen hat, musst du prüfen, ob es dafür eine fertige App gibt. Falls nicht, braucht es laut OpenAI unter Umständen einen eigenen MCP-Server. MCP steht für Model Context Protocol, einen offenen Standard, über den KI-Assistenten mit anderen Programmen sprechen.
Der eigentliche Wert lag nie im GPT selbst, sondern in dem Wissen, das du hineingeschrieben hast.
Was sind Skills und worin unterscheiden sie sich von GPTs?
Ein Skill ist eine gespeicherte Arbeitsanweisung für eine bestimmte Aufgabe, die der KI-Assistent selbstständig lädt, sobald deine Anfrage dazu passt. Technisch ist ein Skill ein Ordner mit einer Textdatei namens SKILL.md, die Name, Kurzbeschreibung und die eigentliche Anleitung enthält. Dazu können Vorlagen, Beispieldateien oder kleine Skripte kommen.
Der Unterschied zum GPT liegt im Denkmodell. Ein Custom GPT war ein eigener Chatbot, den du gezielt aufrufen musstest und der nur für diese eine Sache taugte. Ein Skill ist dagegen eine Fähigkeit, die im normalen Chat bei Bedarf dazukommt, auch mehrere in derselben Unterhaltung.
Wichtig ist auch die Abgrenzung zu Projekten. Projekte sammeln Wissen, also Unterlagen, Notizen und Hintergründe zu einem Vorhaben. Skills beschreiben dagegen ein Vorgehen, also Schritte, Reihenfolge und das gewünschte Ergebnisformat. Beides ergänzt sich gut.
Welche Vorteile haben Skills gegenüber Custom GPTs?
Der größte Vorteil von Skills ist, dass sie sich kombinieren lassen, automatisch greifen und nicht an einen einzelnen Anbieter gebunden sein müssen. Im Alltag zeigt sich das an sechs Punkten:
- Kein Umschalten mehr: Du musst nicht erst das richtige GPT suchen. Der Assistent erkennt anhand der Kurzbeschreibung selbst, welcher Skill zur Aufgabe passt.
- Kombinierbar: In einer Unterhaltung können mehrere Skills zusammenarbeiten, etwa einer für deinen Markenleitfaden und einer für das Format eines Angebots.
- Sparsam im Kontext: Solange ein Skill nicht gebraucht wird, kennt der Assistent nur Name und Kurzbeschreibung. Die vollständige Anleitung wird erst geladen, wenn sie gebraucht wird. So lassen sich viele Skills bereithalten, ohne dass die Antworten darunter leiden.
- Mehr als Text: Ein Skill kann Vorlagen, Beispieldateien und Skripte mitbringen. Damit entstehen fertige Dateien wie Tabellen, Präsentationen oder PDFs in einem festen Format, nicht nur Chatantworten.
- Offener Standard: Anthropic hat das Skill-Format als offenen Standard veröffentlicht, die Spezifikation liegt unter agentskills.io. Auch Werkzeuge anderer Anbieter wie OpenAI Codex lesen Skills in diesem Aufbau. Eine gut geschriebene Anleitung ist damit weniger an ein einzelnes Produkt gebunden als ein GPT.
- Zentral verteilbar: In Team- und Unternehmenstarifen können Administratoren Skills für alle Mitarbeitenden bereitstellen. So arbeitet das ganze Team nach demselben Standard, statt dass jede Person eigene Prompts pflegt.
Ein ehrlicher Nachteil gehört dazu: Skills verlangen etwas mehr Sorgfalt beim Schreiben. Die Kurzbeschreibung entscheidet darüber, ob der Assistent den Skill im richtigen Moment zieht. Eine vage Beschreibung führt dazu, dass er zu oft oder gar nicht greift.
Was kannst du mit Skills neu machen?
Mit Skills lassen sich wiederkehrende Abläufe so festhalten, dass jedes Ergebnis gleich aufgebaut ist und zu deinem Unternehmen passt. Das geht über ein GPT hinaus, weil Skills Vorlagen und Skripte einbinden und sich mit verbundenen Apps kombinieren lassen.
Typische Einsatzfelder für kleine und mittlere Unternehmen sind zum Beispiel Angebote, Texte nach Markenleitfaden, Protokolle, Auswertungen, Prüfungen und die Einarbeitung neuer Mitarbeitender. Die folgende Liste zeigt, wie das konkret aussieht.
- Angebote im Hausstil: Der Skill kennt Aufbau, Textbausteine und Tonalität deiner Angebote und erzeugt daraus ein fertiges Dokument.
- Texte nach Markenleitfaden: Social-Media-Beiträge, Newsletter oder Produkttexte halten automatisch deine Wortwahl, Anrede und Schreibregeln ein.
- Besprechungsprotokolle: Aus Notizen oder einem Transkript entsteht ein Protokoll mit festen Abschnitten für Entscheidungen, Aufgaben und Fristen.
- Auswertungen: Monatszahlen aus einer Tabelle werden immer nach demselben Schema aufbereitet, mit denselben Kennzahlen und Diagrammen.
- Prüfungen nach Checkliste: Eingangsrechnungen, Verträge oder Website-Texte werden anhand deiner eigenen Kriterien vorgeprüft, bevor ein Mensch final entscheidet.
- Einarbeitung: Neue Mitarbeitende bekommen Antworten, die sich an euren tatsächlichen Abläufen orientieren und nicht an allgemeinen Ratschlägen aus dem Netz.
Richtig stark wird das in Kombination mit verbundenen Apps. Ein Skill beschreibt, wie etwas zu tun ist, eine App liefert den Zugriff auf Kalender, Ablage oder E-Mail. Genau diese Arbeitsteilung sieht OpenAI jetzt auch in den Plugins vor. Wie ich solche Werkzeuge mit KI baue und dabei die Kontrolle beim Menschen lasse, zeige ich auf der Seite zur Webentwicklung mit KI.
Welche Alternativen gibt es zu den ChatGPT-Plugins?
Neben den neuen ChatGPT-Plugins gibt es drei naheliegende Alternativen: ChatGPT-Projekte, Skills in Claude und Gems in Google Gemini. Welche passt, hängt vor allem von deinem Tarif ab und davon, wie aufwendig dein bisheriges GPT war.
| Lösung | Geeignet für | Zu beachten (Stand 27.09.2026) |
|---|---|---|
| ChatGPT-Plugins mit Skills | Teams, die bei ChatGPT bleiben und GPTs direkt überführen wollen | Eigene Skills laut OpenAI vor allem in Business, Enterprise, Healthcare und Edu; Plugins per Chat erstellen nur in Business und Enterprise |
| ChatGPT-Projekte | einfache GPTs aus Anweisungen und Dateien, auch in Einzeltarifen | Anweisungen und Quellen lassen sich übernehmen, alte Chats kann man ins Projekt verschieben; kein öffentlicher Marktplatz |
| Claude Skills | wiederkehrende Abläufe mit festen Formaten und Dateien | laut Anthropic in Free, Pro, Max, Team und Enterprise verfügbar, Codeausführung muss aktiv sein; in Team und Enterprise zentral verteilbar |
| Gemini Gems | gespeicherte Assistenten, eng verzahnt mit Google Workspace | Name, Anweisungen und Wissensdateien, ähnlich dem bisherigen GPT; mit anderen teilbar |
Für viele einfache GPTs reicht ein Projekt völlig aus. Sobald ein Ablauf aber feste Dateiformate, mehrere Schritte oder Zugriffe auf andere Programme braucht, sind Skills die tragfähigere Lösung. Das gilt unabhängig davon, ob du bei ChatGPT bleibst oder wechselst. Details zu Anthropics Umsetzung stehen im Hilfeartikel zu Skills in Claude.
Unabhängig vom Anbieter gilt beim Datenschutz: Für Geschäftsdaten gehören Tarife, bei denen Eingaben nicht zum Training genutzt werden, und ein Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) zur Grundausstattung. Ein Plattformwechsel ist ein guter Anlass, diese Punkte einmal sauber zu prüfen.
Was solltest du jetzt konkret tun?
Du solltest jetzt eine Bestandsaufnahme machen, alles Wichtige sichern und vor dem 26. Oktober 2026 entscheiden, wohin deine GPTs umziehen. Wer bis Dezember wartet, testet unter Zeitdruck und riskiert Lücken in eingespielten Abläufen. Diese Reihenfolge hat sich bewährt:
- Inventur: Liste alle GPTs auf, die du oder dein Team nutzt, und notiere, wer sie gebaut hat.
- Sichern: Kopiere bei jedem eigenen GPT die Anweisungen und lade alle Wissensdateien herunter. Das geht im Bearbeitungsmodus unter „Konfigurieren“.
- Testfälle festhalten: Speichere zu jedem GPT drei bis fünf typische Anfragen und eine schwierige. Damit vergleichst du später, ob der Nachfolger genauso gut arbeitet.
- Actions prüfen: Markiere alle GPTs mit Custom Actions. Hier brauchst du am meisten Zeit, weil die Anbindung neu entstehen muss.
- Entwürfe veröffentlichen: Nur veröffentlichte Versionen werden migriert. Öffentlich teilen musst du sie dafür nicht.
- Ziel festlegen: Entscheide je GPT, ob ein Projekt reicht, ob ein Plugin mit Skill sinnvoll ist oder ob du den Ablauf auf eine andere Plattform bringst.
- Testen und freigeben: Prüfe die neue Lösung mit deinen Testfällen und gib sie erst danach für das Team frei.
Ist das Ende der Custom GPTs ein Verlust?
Nein, das Ende der Custom GPTs ist vor allem ein Wechsel vom einzelnen Chatbot zur wiederverwendbaren Arbeitsanweisung. Ärgerlich ist die Umstellung trotzdem, weil sie Zeit kostet und Integrationen neu gebaut werden müssen. Wer aber jetzt sauber dokumentiert, was seine GPTs eigentlich tun, hat hinterher etwas Besseres in der Hand als vorher.
Der eigentliche Wert lag nie im GPT selbst, sondern in dem Wissen, das du hineingeschrieben hast: deine Abläufe, deine Formate, deine Sprache. Genau dieses Wissen lässt sich in Skills dauerhafter und flexibler festhalten. Nutze die Frist bis zum 11. Dezember 2026 also nicht nur für einen Umzug, sondern für eine kleine Inventur deiner KI-Werkzeuge. Welche Werkzeuge es rund um WordPress gibt, zeigt mein Überblick zu KI-Plugins für WordPress.
Du willst deine GPTs sauber umziehen?
Wenn du dabei Unterstützung möchtest, etwa bei der Wahl der passenden Plattform oder beim Aufschreiben deiner Abläufe als Skills, sprich mich an. Als Werbeagentur und Digitalagentur aus Butzbach begleite ich solche Umstellungen im Rahmen einer strategischen Beratung zu Marke, Web und KI. Wie KI-Systeme dein Unternehmen nach außen wahrnehmen, ist ein eigenes Thema, das ich im Beitrag zum Datenmodell für KI-Sichtbarkeit erkläre.
Hinweis zur Erstellung des Beitrags
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